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Gedanken über Jungfäulichkeit

Skandalöses Urteil!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um die Tragweite des erstinstanzlichen Urteils zu begreifen müssen Sie diesen gesamten Artikel (Quelle: Standard 18. 12. 2008) gelesen haben. Ein Gericht des EU-Mitgliedstaates kam zu dem Schluss, dass Frauen, so sie geehelicht werden, eine gewisse "Qualität" aufweisen müssen. Selbst die Justizministerin, eine Frau (!!!!), unterstützt dieses Urteil.

Werte Leser, ich hoffe Sie sind mit Ihrer Partnerin eine Beziehung eingegangen, weil Sie sie lieben. "Liebe ist bedingungslos" sagt man in der Sexalmedizin, "sonst ist es keine Liebe."
Und so soll es auch sein. Man liebt oder liebt nicht. Das ist der Umstand. Die Zeiten, in denen Frauen als Ware gehandelt wurden, sind Gott-sei-Dank vorbei. "Gott-sei Dank"? Ganz so einfach kann sich die Kirche hier nicht aus der Verantwortung stehlen. Denn gerade sie ist es, die Jungfäulichkeit als Kriterium für die Eheschliessung sieht und daher der Ansicht Vorschub leistet, fehlende Jungfräulichkeit wäre eine "Qualitätsminderung". Dazu noch mehr weiter unten.

Schwere Vorwürfe erhebe ich auch gegenüber der Justiz. Hat nicht ein Gericht die Verpflichtung, die Würde der Menschen zu achten und zu garantieren? Wenn man aber von "Qualität einer Person" spricht, wird die Würde eines Menschn grob verletzt.
Selbstverständlich ist das sexuelle Vorleben eines Menschen die private Angelegenheit jedes Einzelnen. Männer und Frauen müssen sich darüber nicht rechtfertigen. Man liebt aus Liebe und nicht aus dem Motiv einer gewissen Qualität eines Partners.

RELIGIONEN und Jungfäulichkeit
Zweifelsohne ist das Alte Testament eine Grundlage für mehrere Weltreligionen. Alle monotheistischen Religionen, das Christentum, der Islam und der jüdische Glaube gehen darauf zurück und halten daran fest.

Diese mehrere tausend Jahre alte Schrift, die aus der Zeit der antiken Ägypter und der praeantiken Babylonier stammt, prägt immer noch die Religionen, ganz besonders in Europa. Auch der Katholizismus setzt die weibliche Jungfäulichkeit als Kriterium für die Ehefähigkeit von Frauen voraus.
Grund dafür ist das abrahamistische Weltbild, dem zufolge Männer neben dem Gehorsam gegenüber dem Vater noch eine weitere wesentliche Aufgabe zu erfüllen hatten: die Vermehrung der Sippe.
Doch wie sollte der Mann "seine" Sippe vermehren, wenn er nicht sicher sein konnte, dass die von seiner Frau geborenen Kinder auch wirklich von ihm gezeugt wurden?
Diese Vorgaben sind die Grundlage für die Idee der Monogamie und der Jungfräulichkeit.

Dass Monogamie eine Erfindung der Kirche ist, weiss auch Til Schweiger. Ob Monogamie ein "Blödsinn" ist, muss jedes Pärchen für sich entscheiden. Quelle: OÖN

Der Mann sollte seine Sippe vermehren, musste sich aber sicher sein können, dass alle Nachkommen auch wirklich seine waren. König Heinrich VIII. hat zwei seiner Frauen aufs Schafott gebracht, keineswegs aus Jux und Tollerei, sondern weil er sie der Untreue überführt hatte. Das war damals legitim, den ein Prinz beerbt ja seinen Vater auf dem Thron und der wollte sicher sein können, dass sein Nachfolger "sein" Blut in den Adern hat.

Jungfräulichkeit und Monogamie wurden also von den Religionen als Kriterien für Ehefähigkeit institutionalisiert. Die Grundlage waren politisch, vielleicht auch gesundheitlich, denn dass Sexualität auch eine gefürchtete Infektionsquelle sein kann, ist bekannt.


REGLEMENTS fordern den Erfindergeist des Menschen heraus...
Immer noch wird in manchen Kulturen auf die Jungfräulichkeit der in die Familie einheiratenden Frauen geachtet. Wie immer, wenn für rigide Reglements die Akzeptanz fehlt, beflügelt dies den Erfindergeist der jungen Männer.

Da gibt es einmal Formen der Sexualität die die jungen Frauen ihres Hymens nicht berauben. In Kulturen, die an der Jungfernschaft von Frauen festhalten, ist daher die anale Penetration weit verbreitet. Wenn allerdings Jungfräulichkeit als Garantie dafür verstanden wird, dass eine Frau nicht schwanger sein kann, wäre dies ja sogar legitim...!

Eine andere geübte Praxis halte ich schon für bewundernswert einfallsreich: da kommen immer wieder junge Männer und lassen sich vor der Hochzeit Blut abnehmen. Nicht etwa zum Check ihrer Gesundheit, was ja gar nicht so schlecht wäre, nein,nein! Sie lassen sich das Röhrchen Blut mitgeben um am morgen nach der Hochzeitsnacht das Bettlaken zu beflecken. Dieses muss nämlich dem Vater des Bräutigams, also dem Sippenoberhaupt vorgeführt werden.

Not macht erfinderisch! *g*

RESUMÉE
Zweifelsohne hatte Jungfräulichkeit in vergangenen Zeiten eine gewisse Legitimation. Die Kirchen waren früher die Gesetzgeber und sie hatten für Recht und Ordnung zu sorgen. Das taten sie auch, nach den Kriterien eines überwundenen Weltbildes.

Das abrahamitische Weltbild ist noch immer nicht passé. Dies scheint jedenfalls so, wenn man dieses (oben abgebildete) Gerichtsurteil liest.
Fehlende Jungfräulichkeit als "Qualitätsdefizit einer Frau" offiziell zu machen, ist ein Desaster. Die Sexualität vor einer Beziehung, auch vor einer Ehe, ist Privatsache und geht niemanden etwas an.

Mit der Monogamie verhält es sich schon anders. Jedes Pärchen muss sich selbst entscheiden, ob es eine monogame Beziehung führen will oder nicht. Denn Sexualität während  einer Beziehung sollte dem geliebten Partner vorbehalten bleiben. Sexualmediziner sehen Sexualität als Kommunikationsform in der Beziehung, die exklusiv mit dem Partner praktiziert wird. Alles andere zerstört die Beziehung.

 
 
 
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